Wie Sie Ihre Website ohne Ausfallzeit und ohne E-Mail-Verlust auf einen anderen Hoster umziehen
Praktischer Leitfaden für den Umzug von Website und Firmen-E-Mail zu einem anderen Anbieter, ohne Unterbrechungen, ohne verlorene Mails und ohne Überraschungen bei der DNS-Propagierung.
Sie haben sich entschieden, den Hosting-Anbieter zu wechseln: zu teuer, zu langsam, oder der Support antwortet einfach nicht mehr. Ihre eigentliche Angst gilt nicht der Website selbst, sondern dem Tag des Umzugs, an dem plötzlich Kunden die Seite nicht mehr finden und E-Mails an die Firmenadresse ins Leere laufen. Diese Sorge ist berechtigt, denn genau daran scheitern die meisten schlecht geplanten Migrationen.
Die gute Nachricht: Eine Migration ohne Ausfallzeit ist keine Glückssache, sondern eine Frage der Reihenfolge. Wenn Sie die richtige Abfolge einhalten – erst alles auf dem neuen Server aufbauen, prüfen, und erst dann den DNS umstellen –, merken Besucher nichts, und die E-Mails laufen weiter. In diesem Artikel zeige ich Ihnen genau die Schritte, die echten Fallstricke (vor allem bei der E-Mail) und was Sie von jedem seriösen Anbieter verlangen sollten, bevor Sie auf den Knopf drücken.
Erste Regel: Website und E-Mail sind zwei verschiedene Dinge
Der häufigste Fehler ist die Annahme, dass "die Website umziehen" automatisch auch die E-Mail mit umzieht. Das stimmt nicht. Ihre Domain (z. B. firma.de) hat separate DNS-Einträge: einer sagt, wo die Website liegt, ein anderer, wo die E-Mails liegen.
- A-/CNAME-Eintrag → verweist auf den Webserver
- MX-Eintrag → verweist auf den E-Mail-Server
- SPF-, DKIM-, DMARC-Einträge → authentifizieren die E-Mail, damit sie nicht im Spam landet
Wenn Sie nur das Hosting umziehen und die E-Mail dort belassen, wo sie war, müssen Sie lediglich die MX- und Authentifizierungseinträge unangetastet lassen. Das Problem entsteht, wenn der neue Anbieter das gesamte DNS auf seine Standardwerte "zurücksetzt" und dabei ungewollt auch den MX-Eintrag überschreibt. Ab diesem Moment beginnt die Firmen-E-Mail auszufallen. Trennen Sie also zunächst klar, was zur Website gehört und was zur E-Mail.
Die richtige Reihenfolge der Schritte (hier wird der Kampf entschieden)
Ausfallzeit entsteht fast immer, wenn der DNS umgestellt wird, bevor der neue Server bereit ist. Die richtige Reihenfolge ist umgekehrt:
1. Bauen bzw. kopieren Sie die komplette Website auf das neue Hosting, greifen Sie aber über eine temporäre Adresse oder die lokale hosts-Datei darauf zu.
2. Testen Sie alles: Seiten, Formulare, Warenkorb, Geschwindigkeit, SSL-Zertifikat.
3. Notieren Sie sich ALLE aktuellen DNS-Einträge (Screenshot bzw. Export). Das ist Ihr Sicherheitsnetz.
4. Senken Sie einen Tag vorher den TTL-Wert der Einträge (z. B. auf 300 Sekunden), damit sich die Änderung schnell verbreitet.
5. Erst jetzt ändern Sie den A-Eintrag auf die neue IP. Fassen Sie den MX-Eintrag NICHT an.
6. Halten Sie den alten Server noch einige Tage aktiv, bis sich das DNS vollständig verbreitet hat (das kann bis zu 24–48 Stunden dauern).
So sieht jeder, der die Website in dieser Zeit aufruft, entweder die alte oder die neue Version – nie eine tote Seite.
Wie die E-Mail während des Umzugs am Leben bleibt
Die E-Mail ist der sensible Teil, denn eine verlorene Nachricht lässt sich nicht wiederherstellen. Klare Regeln:
- Wenn Sie NICHT auch den E-Mail-Anbieter wechseln, fassen Sie MX-, SPF-, DKIM- und DMARC-Einträge überhaupt nicht an. Lassen Sie sie genau so, wie sie sind.
- Wenn Sie auch die E-Mail wechseln (z. B. zu Google Workspace oder Zoho), legen Sie zuerst die neuen Postfächer an, migrieren Sie die alten Nachrichten per IMAP und ändern Sie erst danach den MX-Eintrag.
- Achten Sie auf die Propagierung: Solange sich das DNS verbreitet, können manche Mails beim alten Server ankommen, andere beim neuen. Deshalb halten Sie beide Systeme einige Tage aktiv.
- Senden Sie nach dem Umzug eine Testmail von außen (von einem anderen Konto) und prüfen Sie, ob sie ankommt und nicht im Spam landet. Prüfen Sie SPF und DKIM mit einem Deliverability-Tool.
Goldene Regel: Kündigen Sie das alte E-Mail-Abo nicht am Tag des Umzugs. Warten Sie, bis Sie bestätigt haben, dass alles über den neuen Server läuft.
Die Fallstricke, die selbst bei "korrekter" Vorgehensweise Ausfallzeit verursachen
Einige Dinge, die Menschen häufig auf dem falschen Fuß erwischen:
- SSL-Zertifikat: Hat der neue Server vor dem Umzug kein gültiges Zertifikat, erhalten Besucher die Warnung "Website nicht sicher". Beantragen und prüfen Sie es VOR der DNS-Umstellung.
- Nameserver vs. einzelne Einträge: Wenn Sie die Nameserver komplett ändern, wird das GESAMTE DNS auf einen Schlag zurückgesetzt, einschließlich des MX-Eintrags. Sicherer ist es, nur gezielt den A-Eintrag zu ändern.
- Datenbank und Dateien: Bei dynamischen Websites (WordPress, Onlineshops) geht eine Bestellung verloren, wenn jemand nach der Datenbank-Migration noch eine Bestellung auf dem alten Server aufgibt. Deshalb migrieren Sie zu Zeiten mit wenig Traffic und setzen die alte Website im Übergangsfenster idealerweise auf "nur lesen".
- Weiterleitungen und fest im Code verankerte Links: Prüfen Sie, dass keine alten Adressen (http, feste IP) im Code oder in den Einstellungen zurückgeblieben sind.
Wie wir bei MPO Web Studio Umzüge durchführen
Bei MPO Web Studio führen wir Migrationen remote durch, für Kunden im ganzen Land, ohne dass jemand vor Ort erscheinen muss. Unser Vorgehen ist einfach und stressfrei für Sie:
- Wir bauen zunächst die vollständige Kopie auf dem neuen Hosting und zeigen sie Ihnen unter einer Testadresse – Sie sehen mit eigenen Augen, dass alles funktioniert, bevor wir irgendetwas an der Domain anfassen.
- Wir kartieren das gesamte aktuelle DNS und trennen klar Website und E-Mail, damit Ihre Firmenadresse nicht einmal kurz aussetzt.
- Wir führen die Umstellung zu Zeiten mit wenig Traffic durch und überwachen die Propagierung, bis sie sich stabilisiert.
- Transparenter Preis, von Anfang an genannt, ohne Überraschungskosten nach Arbeitsbeginn.
Wenn Sie eine Website und eine Firmen-E-Mail haben, die Sie nicht anzufassen wagen, schreiben Sie uns auf WhatsApp – wir schauen uns gemeinsam Ihre Situation an und sagen Ihnen ehrlich, ob und wie sich ein Umzug lohnt. Ohne Druck.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert eine Migration ohne Ausfallzeit?+
Die eigentliche Arbeit des Kopierens und Testens dauert meist einige Stunden bis zu einem Tag, je nach Größe der Website. Die DNS-Propagierung kann jedoch bis zu 24–48 Stunden dauern, währenddessen wir beide Server aktiv halten. In dieser gesamten Zeit bleibt die Website online – es gibt kein Zeitfenster, in dem "nichts funktioniert".
Verliere ich E-Mails während des Umzugs?+
Nein, wenn es korrekt gemacht wird. Behalten Sie denselben E-Mail-Anbieter, wird der MX-Eintrag überhaupt nicht angetastet, und die E-Mail bekommt vom Umzug nichts mit. Wechseln Sie auch die E-Mail, werden die Nachrichten per IMAP migriert, bevor der MX-Eintrag geändert wird, und beide Konten bleiben aktiv, bis Sie bestätigen, dass alles beim neuen ankommt.
Muss ich die Website während des Umzugs abschalten?+
Nein. Genau das ist der Sinn einer korrekten Migration: Sie bauen alles parallel auf dem neuen Server auf, während die alte Website live bleibt. Erst wenn die neue getestet und fertig ist, wird der DNS umgestellt. Besucher sehen nie eine Fehlerseite.
Kann ich den Umzug selbst durchführen?+
Ja, wenn Sie sich mit DNS, SSL und – bei dynamischen Websites – mit der Datenbank auskennen. Der riskanteste Teil ist die E-Mail sowie die MX-/SPF-/DKIM-Einträge – dort verdirbt ein kleiner Fehler die Zustellung tagelang. Wenn Sie unsicher sind, lohnt es sich, sich zumindest bei DNS und E-Mail helfen zu lassen.
Was mache ich, wenn nach dem Umzug etwas schiefgeht?+
Genau deshalb notieren Sie sich VOR dem Beginn ALLE alten DNS-Einträge und halten den alten Server aktiv. Tritt ein Problem auf, können Sie den A-Eintrag wieder auf die alte IP zurücksetzen und dank niedrigem TTL innerhalb weniger Minuten zurückkehren. Dieses Sicherheitsnetz ist genau der "Undo-Knopf".
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