Was ich als Notar auf meiner Website schreiben darf: die Grenzen der Werbung für reglementierte Berufe
Praktischer Leitfaden für Notare: Was Sie auf Ihre Website stellen können, ohne gegen das Werbeverbot des Berufsstands zu verstoßen — und was Sie vermeiden sollten.
Sie möchten eine Website für Ihr Notariat, haben aber Angst, gegen die Berufsregeln zu verstoßen — zu Recht. Das Notariat ist ein reglementierter Beruf, und kommerzielle Werbung hat dort nichts zu suchen. Aus Vorsicht landen jedoch viele Notare beim anderen Extrem: einer leeren Website, die niemandem hilft.
Die gute Nachricht: Die Grenze zwischen Erlaubtem und Verbotenem ist klarer, als sie scheint. Sie dürfen — und sollten sogar — die Öffentlichkeit darüber informieren, wer Sie sind und welche Urkunden Sie erstellen. Sie dürfen sich jedoch nicht kommerziell bewerben, sich selbst loben oder Mandanten abwerben. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen konkret, was Sie schreiben können, was zu vermeiden ist, und wie eine Notar-Website aussieht, die die Würde des Berufsstands wahrt, ohne nutzlos zu sein.
„Information" vs. „Werbung": die Grenze, die Sie nicht überschreiten
Der entscheidende Unterschied liegt nicht zwischen viel und wenig Text, sondern zwischen Informieren und Werben. Das rumänische Notargesetz (Gesetz Nr. 36/1995) und der Berufskodex gehen von der Grundidee aus, dass der Notar eine Dienstleistung von öffentlichem Interesse erbringt und kein Gewerbetreibender ist, der um Kunden konkurriert.
Sie können der Öffentlichkeit sagen, wer Sie sind, wo Sie sich befinden und welche Urkunden Sie erstellen — das ist Information, erlaubt und sogar nützlich. Sie dürfen jedoch keine Botschaften verwenden, die wie kommerzielle Werbung klingen: Superlative, Vergleiche mit anderen Notaren, Angebote, Erfolgsversprechen.
Ein einfacher Test: Wenn ein Satz auch in einem Supermarktprospekt stehen könnte („niedrigste Gebühren", „begrenztes Angebot"), hat er auf der Website eines Notars nichts zu suchen. Wenn er hingegen in einer Broschüre der Notarkammer stehen könnte, sind Sie auf sicherem Terrain.
Was Sie bedenkenlos auf die Website stellen können
Alles, was dem Bürger hilft, vorbereitet zu erscheinen, ist willkommen:
- Identifikationsdaten: Name des Notariats, der/die amtierende(n) Notar(e), Sitz, Öffnungszeiten.
- Kontakt: Telefon, E-Mail, ein einfaches Formular, Karte, Anfahrts- und Parkhinweise.
- Arten von Urkunden und Verfahren: Erbschaften, Kaufverträge, Schenkungen, Vollmachten, Erklärungen, Beglaubigungen, notarielle Scheidung, Apostille, Beglaubigung von Kopien und Übersetzungen.
- Praktische Informationen: welche Dokumente der Mandant für welches Verfahren mitbringen soll, wie lange es dauert, was nicht beim Notar erledigt werden kann.
- Sprachen, in denen Sie Unterstützung bieten, und Barrierefreiheit des Standorts.
Educativer Inhalt — Leitfäden, Listen benötigter Dokumente, verständliche Erklärungen — ist die beste erlaubte Form von „Werbung": Sie zeigen sich kompetent, ohne sich zu loben.
Was Sie NICHT hineinstellen sollten: die Fallen, die gegen den Berufskodex verstoßen
Vermeiden Sie alles, was die Website in ein kommerzielles Akquiseinstrument verwandelt:
- Superlative und Eigenlob: „bester/erfahrenster Notar", „der einzige, der...".
- Vergleiche mit anderen Notaren oder Notariaten.
- Angebote, Rabatte, Aktionen, „kostenlose Erstberatung", Pakete.
- Erfolgsversprechen oder garantierte Schnelligkeit („Ihre Urkunde in 10 Minuten").
- Bewertungen und Testimonials, die als Mittel zur Mandantengewinnung eingesetzt werden.
- Abwerbung: Botschaften, die Mandanten von anderen Notaren abwerben, oder Schlüsselwörter wie „günstiger Notar".
Eine Warnung: Auch wenn ein Webdesigner Ihnen vorschlägt „lassen Sie uns Google-Bewertungen und ein Angebotsbanner einbauen", tragen Sie die berufsrechtliche Verantwortung, nicht er. Bitten Sie ihn ausdrücklich, den Status des Berufsstands zu respektieren — ein seriöser Fachmann wird das verstehen.
Gebühren: wie Sie sie korrekt anzeigen
Die notariellen Gebühren haben eine offiziell festgelegte Mindestgebührenordnung, per gemeinsamer Verordnung des Justizministers und der Nationalen Union der öffentlichen Notare (UNNPR). Sie können die Öffentlichkeit über die Gebühren informieren, dürfen sie aber nicht als Marketinginstrument einsetzen.
Korrekt ist: zu sagen, dass sich die Gebühren nach der geltenden gesetzlichen Gebührenordnung richten und dass Sie für einen konkreten Fall auf Anfrage eine Schätzung anbieten. Sie können erklären, warum die Gebühr variiert — Wert des Vermögensgegenstands, Art der Urkunde, Komplexität.
Nicht korrekt ist: sich über den Preis zu bewerben. „Niedrigste Gebühren der Stadt", Rabatte oder Preisvergleiche sind genau die Art kommerzieller Botschaft, die der Berufsstand untersagt. Der Preis kann eine Information sein, aber kein Köder.
Wie eine regelkonforme Notar-Website aussieht
Eine korrekte Notar-Website ist nicht minimalistisch aus Mangel, sondern aus Anstand. Diese Struktur funktioniert:
- Eine schlichte Startseite mit dem Namen des Notariats und Ihrer Tätigkeit.
- Eine Seite mit Leistungen/Verfahren, jeweils mit Liste der benötigten Dokumente.
- Eine klare Kontaktseite mit Öffnungszeiten, Karte und Telefon.
- Eventuell einen Bereich mit nützlichen Informationen / häufig gestellten Fragen.
Sie brauchen keine grellen Animationen, Pop-ups oder „Angebot"-Buttons. Sie brauchen eine Website, die schnell lädt, auf dem Handy gut aussieht und Seriosität ausstrahlt.
Genau so arbeiten wir bei MPO Web Studio: Wir bereiten zuerst eine fertige Demo für Ihr Notariat vor — Sie sehen sie, bevor Sie irgendetwas bezahlen — liefern komplett aus der Ferne, egal wo im Land Sie sind, zu transparenten Preisen. Auf Wunsch zeigen wir Ihnen genau, was auf die Website kommt und was wir weglassen. Schreiben Sie uns einfach auf WhatsApp, und wir starten mit einer Demo.
Google und Sichtbarkeit, ohne die Regeln zu verletzen
Sie möchten, dass Menschen, die nach „Notar in Ihrer Stadt" suchen, Sie finden — das ist legitim und lässt sich sauber umsetzen.
Was erlaubt und wirksam ist:
- Ein vollständiges und korrektes Google-Business-Profil: Name, Adresse, Öffnungszeiten, Telefon.
- Text auf der Website, der die Verfahren klar beschreibt, damit jemand, der nach „benötigte Dokumente für Erbschaft" sucht, auf Sie stößt.
- Gute Geschwindigkeit und eine gepflegte mobile Version (Core Web Vitals).
Was Sie vermeiden: bezahlte Kampagnen mit kommerzieller Botschaft, Begriffe wie „günstig/schnell/der beste", gekaufte Bewertungen.
Und eine gesunde Warnung: Niemand kann Ihnen den ersten Platz bei Google garantieren. Wer das verspricht, täuscht Sie entweder oder verwendet Methoden, die Ihrem Ruf schaden können. Die Sichtbarkeit eines Notars entsteht durch nützliche Information und Korrektheit, nicht durch lautstarke Werbung.
Häufig gestellte Fragen
Darf ich die Gebühren auf der Website angeben?+
Ja, als Information. Sie können sagen, dass sich die Gebühren nach der gesetzlichen Mindestgebührenordnung richten (festgelegt per gemeinsamer Verordnung des Justizministers und der UNNPR) und dass Sie für einen konkreten Fall auf Anfrage eine Schätzung anbieten. Was Sie nicht dürfen: sich über den Preis bewerben — „niedrigste Gebühren", Rabatte oder Vergleiche mit anderen Notaren.
Darf ich Google-Bewertungen oder Testimonials auf der Website anzeigen?+
Hier ist Zurückhaltung angebracht. Bewertungen, die als Mittel zur Mandantengewinnung eingesetzt werden, fallen in den Bereich der für den Beruf verbotenen Werbung. Sie können die Bewertungen auf Ihrem Google-Business-Profil bestehen lassen (wo die Öffentlichkeit sie hinterlässt), aber sie zu sammeln und auf der Website als Verkaufsargument zu präsentieren, ist berufsrechtlich riskant. Im Zweifel fragen Sie Ihre Notarkammer.
Darf ich bezahlte Werbung auf Google Ads oder Facebook schalten?+
Bezahlte Werbung mit kommerzieller Botschaft ist für einen Notar problematisch. Es besteht ein Unterschied zwischen organisch gefunden werden von jemandem, der ein Verfahren sucht, und dafür zu bezahlen, Banner zu schalten, die kommerziell für Sie werben. Die vorsichtige Empfehlung: Setzen Sie auf nützliche Information, ein korrektes Google-Profil und eine schnelle Website, nicht auf Werbekampagnen.
Ist eine Website für Notare gesetzlich vorgeschrieben?+
Gesetzlich nicht verpflichtend, aber zunehmend nützlich: Menschen suchen online, welche Dokumente sie brauchen und wo sich das Notariat befindet. Eine schlichte, informative Website erleichtert Ihre Arbeit (Mandanten kommen vorbereitet) und präsentiert Sie korrekt, ohne gegen etwas zu verstoßen.
Wer kontrolliert das, und welches Risiko besteht bei einem Fehler?+
Die Einhaltung des Berufskodex obliegt der Notarkammer und der UNNPR, gemäß dem Berufskodex. Verstöße können disziplinarische Konsequenzen nach sich ziehen. Deshalb lohnt es sich, vom Grundsatz „ich informiere, ich werbe nicht" auszugehen und bei Bedarf eine Bestätigung Ihrer Kammer einzuholen, bevor Sie etwas veröffentlichen, bei dem Sie unsicher sind.
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