Branding-Grundlagen: Wie Sie Farben und Schriftart für Ihr Unternehmen auswählen
Praktischer Leitfaden für eine stimmige visuelle Identität, ohne einen teuren Designer zu bezahlen: Farben, Schriftart und einfache Regeln.
Sie brauchen kein Agenturbudget, um seriös zu wirken. Sie brauchen ein paar gute Entscheidungen, einmal getroffen, und die Disziplin, sie überall einzuhalten: auf der Website, auf der Rechnung, auf der Instagram-Seite, im Schaufenster.
Branding-Grundlagen bedeuten kein kompliziertes Logo. Sie bedeuten zwei bis drei Farben, die Sie immer gleich verwenden, und eine Schriftart, die der Kunde jedes Mal sieht. Das reicht, damit Menschen Sie wiedererkennen. In diesem Artikel zeige ich Ihnen genau, wie Sie Farben und Schriftart auswählen, welche Fehler Sie vermeiden sollten und wie Sie alles zu einem kleinen Regelwerk zusammenfügen, das Sie sofort verwenden können – auch wenn Sie noch nie in Ihrem Leben etwas gestaltet haben.
Beginnen Sie bei dem, was Sie verkaufen und an wen – nicht bei dem, was Ihnen gefällt
Der erste Fehler ist, Ihre Lieblingsfarbe zu wählen. Markenfarben handeln nicht von Ihnen, sondern davon, was der Kunde fühlt, wenn er Sie sieht.
Stellen Sie sich drei einfache Fragen:
- Was verkaufe ich? Eine vertrauenswürdige Dienstleistung (Buchhaltung, Zahnmedizin, Rechtsberatung) oder etwas Warmes und Persönliches (Konditorei, Salon, Therapiepraxis)?
- Wer kauft? Ein Firmenchef und eine junge Mutter reagieren nicht gleich auf dieselben Farben.
- Wie möchte ich, dass man sich fühlt? Sicher und professionell oder freundlich und nahbar?
Schreiben Sie drei Wörter auf, die das gewünschte Gefühl beschreiben: zum Beispiel „sauber, warm, vertrauenswürdig“. Diese drei Wörter leiten jede weitere Entscheidung. Passt eine Farbe oder Schriftart nicht dazu, streichen Sie sie. Ganz einfach.
Wählen Sie eine Palette aus drei Farben, nicht aus zehn
Eine stimmige Identität entsteht mit wenigen, konsequent verwendeten Farben. Sie brauchen drei Rollen, keinen Regenbogen:
- Eine Hauptfarbe — die, die Sie repräsentiert. Sie erscheint auf Buttons, Überschriften, Akzenten.
- Eine neutrale Farbe — meist ein Dunkelgrau oder Marineblau für Text, plus Weiß oder einen sehr hellen Hintergrund.
- Eine Akzentfarbe — selten verwendet, nur um Aufmerksamkeit auf etwas Wichtiges zu lenken (einen „Jetzt anrufen“-Button, ein Angebot).
Um die Hauptfarbe zu finden, orientieren Sie sich an Ihrer Branche: Grün und Blau vermitteln Ruhe und Vertrauen, Rot und Orange vermitteln Energie und Dringlichkeit, Rosa- und Cremetöne vermitteln Fürsorge und Feingefühl. Es ist keine feste Regel, aber ein ehrlicher Ausgangspunkt. Wählen Sie einen einzigen Farbton, den Sie immer identisch verwenden werden – speichern Sie den Code (zum Beispiel #1F6F54) und ändern Sie ihn nicht mehr.
Die Schriftart: maximal zwei, und keine „dekorative“ für Fließtext
Bei Schriftarten gilt: weniger ist professioneller. Die einfache Regel: höchstens zwei Schriftarten. Eine für Überschriften, eine für den normalen Text. Oft wirkt eine einzige Schriftart, in unterschiedlichen Schnitten verwendet (fett für Überschriften, normal für Text), sogar noch sauberer.
Für den Text, den die Leute tatsächlich lesen, wählen Sie eine einfache, gut lesbare Schriftart – Inter, Lato, Open Sans, Source Sans sind sichere und kostenlose Optionen. Vermeiden Sie „handschriftliche“, kursive oder dekorative Schriftarten für Absätze: Sie wirken unprofessionell und ermüden das Auge.
Eine dekorative Schriftart ist nur beim Logo oder einer großen Überschrift erlaubt, einmalig und mit Bedacht eingesetzt. Prüfen Sie immer, wie der Text auf dem Handy aussieht, nicht nur auf dem Laptop – der Großteil Ihrer Kunden wird Sie mobil sehen. Müssen Sie mit den Fingern zoomen, um zu lesen, ist die Schriftart falsch.
Prüfen Sie Kontrast und Konsequenz vor allem anderen
Zwei Faktoren ruinieren die meisten selbstgemachten Marken: unlesbarer Text und Chaos.
Für den Kontrast gilt eine einfache Regel: dunkler Text auf hellem Hintergrund, oder heller Text auf dunklem Hintergrund. Niemals Hellgrau auf Weiß oder Gelb auf Weiß. Wenn Sie selbst die Augen zusammenkneifen müssen, um zu lesen, geht der Kunde einfach weiter. Es gibt echte Barrierefreiheitsstandards (WCAG) und kostenlose Kontrastprüfer online – das dauert eine Minute und sagt Ihnen klar, ob es passt.
Für die Konsequenz erstellen Sie sich ein kleines „Handbuch“ auf einer Seite: die drei Farbcodes, die zwei Schriftarten und wie ein Button aussieht. Schicken Sie es jedem, der Materialien für Sie erstellt. So sehen Rechnung, Beitrag und Website aus derselben Familie aus – und genau das lässt eine Marke professionell wirken, nicht das Budget.
Wie wir bei MPO Web Studio vorgehen
Wenn wir eine Website für einen Kunden bauen, bitten wir ihn nicht, sich die Farben spontan vorzustellen. Wir bereiten von Anfang an eine fertige Demonstration vor – eine echte Website, mit Palette und Schriftart, die für seinen Bereich gewählt wurden –, damit er es mit eigenen Augen sieht, nicht auf Papier. Es ist viel einfacher zu sagen „gefällt mir, aber ich möchte das Grün wärmer“, als von einer leeren Seite zu starten.
Wir arbeiten vollständig remote, im ganzen Land, mit von Anfang an transparent kommunizierten Preisen, ohne Überraschungen. Die visuelle Identität liefern wir als kleines Regelwerk, das Sie behalten: Farbcodes, Schriftarten, Beispiele. Es gehört Ihnen, Sie nutzen es überall.
Wenn Sie eine ehrliche Meinung zum Branding oder eine Demo für Ihr Unternehmen möchten, schreiben Sie uns auf WhatsApp. Ohne Verpflichtung sagen wir Ihnen direkt, was funktioniert und was nicht.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Farben sollte eine kleine Marke haben?+
Drei Rollen reichen aus: eine Hauptfarbe, eine neutrale für Text und eine selten verwendete Akzentfarbe. Mehr Farben verwirren und lassen alles unordentlich wirken. Wichtig ist nicht die Anzahl, sondern dass Sie sie überall immer identisch mit denselben Codes verwenden.
Kann ich kostenlose Schriftarten ohne rechtliche Probleme verwenden?+
Ja. Schriftarten von Google Fonts (Inter, Lato, Open Sans, Montserrat und andere) sind kostenlos, auch für kommerzielle Nutzung, und Sie können sie auf der Website, auf Rechnungen und in Materialien verwenden. Prüfen Sie nur die Lizenz, wenn Sie eine Schriftart aus einer anderen Quelle beziehen.
Brauche ich ein professionelles Logo, um anzufangen?+
Nicht von Anfang an. Sie können mit dem Firmennamen beginnen, sauber in Ihrer gewählten Schriftart und einer konsequenten Farbe geschrieben – das ist bereits ein funktionierendes Logo. Ein aufwendigeres Logo kann später kommen, wenn die Basis-Marke steht.
Woher weiß ich, ob die gewählten Farben zueinander passen?+
Beginnen Sie mit einer einzigen Hauptfarbe und ergänzen Sie ein neutrales Grau und Weiß – diese Kombination funktioniert fast immer. Für den Akzent nutzen Sie einen kostenlosen Palettengenerator (zum Beispiel Coolors) und wählen etwas mit klarem Kontrast. Testen Sie es am Handy, bevor Sie entscheiden.
Lohnt es sich, einen Designer zu bezahlen, oder schaffe ich das allein?+
Für die Branding-Grundlagen – Farben und Schriftart – kommen Sie mit den Regeln aus diesem Artikel allein zurecht. Ein Designer lohnt sich, wenn Sie ein komplexes Logo, eigene Illustrationen oder eine umfassendere Identität möchten. Viele Unternehmen starten allein und investieren später in Design, wenn sie Kunden haben.
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